Was wir von unserem Körper lernen können

Kennst Du es, wenn es sich anfühlt, als seist Du aus dem Gleichgewicht geraten? Vielleicht empfindest Du Dich in diesem Moment als schwach oder lustlos? Vielleicht überkommt Dich eine Krankheit?

Ein anderes Mal aber sprudelst Du nur so vor Energie, bist kraftvoll, vital und fühlst Dich als könntest Du Bäume ausreißen. Was genau aber steckt hinter diesem Empfinden? Was will Dir Dein Körper damit sagen?

Laut Christian Morgenstern ist „Der Körper [ist] der Übersetzer der Seele ins Sichtbare.“

Unser Körper hat ein eigenes Bewusstsein, das stets bemüht ist, unserer authentischen Kraft zu folgen. Wenn wir den Körper als Ausdrucksform der Schnittstelle von Körper, Geist und Seele betrachten wird es unausweichlich sich mit der Körperintelligenz zu beschäftigen. Alle Symptome, die wir an unserem Körper wahrnehmen können, sind Hinweise auf Botschaften unserer Seele. Sie haben einen tieferen Sinn, als augenscheinlich wahrnehmbar.

Dass die Seele einen entscheidenden Einfluss auf unser Wohlbefinden und Krankheiten hat, zeigen viele Untersuchungen oder Studien. Wieso kann in manchen Fällen aber Heilung ohne Operation stattfinden? Wieso geschehen „Wunder“ im Bereich der Genesung?

Hokuspokus? Im Gegenteil, es ist einfaches und unspektakuläres „Bewusstsein“. Das, was es uns so schwer macht daran zu glauben, ist, dass unser natürliches Bewusstsein immer mehr abhandenkommt. Dabei zeigen uns schon die subtilsten Zeichen unseres Körpers, was richtig oder falsch für uns ist. Hast Du es noch nie gespürt, dieses unwohle Gefühl, das Dir bei manchen Entscheidungen durch den Bauch zieht? Hast Du es noch tatsächlich noch nie gespürt, dass Dich irgendetwas aufhält, etwas zu tun, was Du tun solltest? Dass Dir ein Mensch unheimlich ist oder dass Dir eine Entscheidung auf den Magen schlägt?

Ausprägungen, wie Dein Körper mit Dir spricht, können subtil oder auch direkter, ja sogar heftig werden.

Als leistungsorientierter Mensch war ich teilweise jahrelang überhaupt nicht krank. Hatte gar keine Zeit dazu. Habe alles, was mein Körper mir zu sagen versuchte vorbildlich ignoriert. Wenn mich dann doch eine Krankheit einholte, hat mich das total gestresst. Ich konnte nicht mehr so funktionieren, wie ich es wollte. Und wie es von mir bekannt war und erwartet wurde. Dass mein Körper über viele Jahre missachtet wurde, ich ihn nur als Instrument zu meiner Zielerreichung gesehen habe, das hat er mich irgendwann bitter büßen lassen. Auf einmal schlichen sich unterschiedlichste Krankheiten ein, die mir das Leben nicht gerade leichtmachten. Von massiven Rückenbeschwerden über chronische Bronchitis, einen Tumor im Schienbein, plötzlich auftretenden sehr heftigen Allergien und und und…. Auch das ignorierte ich weiter — man kannte mich ja als gesunden Menschen, der weder vor dem Marathon noch vor anderen Herausforderungen zurückschreckte — aber es wurde immer massiver. Ich ging deutlich über meine eigenen Grenzen hinaus, da ich verlernt hatte, sie überhaupt wahr zu nehmen. Als ich irgendwann nicht mehr weiterwusste, begann ich mit Achtsamkeitstraining, mit Meditationen, mit gezielten Workshops, mit Coachings, Kinesiologie und mit allen möglichen Dingen anderen, die mir die Augen öffneten und mich Schritt für in mein eigenes Körperbewusstsein zurückführten. Auch die Resonanz von Pferden in gezielten Workshops — Die Heldenreise mit Pferden — war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu mir und dem Wahrnehmen meiner Empfindungen. Weil Pferde mit der Natur verbunden sind, weil sie als Fluchttiere ein sehr feines Gespür dafür haben, was um sie herum passiert. Weil sie aus dem Instinkt heraus handeln und weil sie mir nichts vorgaukeln. Weil sie unbestechlich sind. Weil sie merken, ob ich authentisch bin oder mir und der Welt etwas vorspiele und mich dadurch selbst blockiere. Mittlerweile ist nun also nicht nur die „chronische“ und damit eigentlich unheilbare Bronchitis verschwunden.

Kürzlich — als ich beruflich mal wieder auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzte — wurde ich vor einem wichtigen Termin ganz plötzlich so krank, dass ich nicht mehr aus dem Haus herauswollte. Eine spontane Grippe ereilte mich mit allem, was dazu gehört. Mittags setzte ich mich dann dennoch vor mein Laptop und begann einfach mal wieder ein bisschen etwas für mich zu tun — für mich spannende Themen zu recherchieren, zu lesen, zu …. Auf einmal traf es mich wie der Blitz: Ich freute mich darüber, dass ich krank war! Endlich konnte ich mal wieder etwas nur für mich machen ohne irgendwelche Termine für andere wahrnehmen zu müssen. Ohne zu funktionieren. Ich freue mich tatsächlich sehr darüber und dankte meiner Krankheit von Herzen, dass sie da war. Ich genoss das krank sein. Dass ich am nächsten Tag wieder vollkommen gesund war, war dann eigentlich kein Wunder mehr 😉

Medikamente und Schulmedizin möchte ich nicht schlecht reden. Ich habe nur klar die Entscheidung für mich gefällt, die Zeichen meines Körpers tatsächlich wahr und ernst zu nehmen und sie nicht mit Kortison, Antibiotikum und Co. zu verdrängen und darauf zu warten, dass sie wiederkommen. Ich habe dadurch erfahren, dass Heilung nur von mir selbst ausgehen kann — dass „Selbstheilung“ das natürlichste der Welt ist — ohne Hokuspokus, ohne esoterisch angehaucht zu sein.

Wie erfährst Du nun Selbstheilung? Indem Du Deinem Körper zuhörst. Bewusst darauf achtest, welche Botschaft hinter dem Symptom steckt, das er Dir zeigt. Jeder Mensch erlebt eine ganz individuelle Entwicklung und macht ganz eigene Erfahrungen. Durch die Kontaktaufnahme mit der Körperweisheit können wir dieser Selbstentwicklung Raum und Kraft geben. Die Natur des Körpers zeigt uns den Weg in wahre Verbindung und Selbstheilungskraft. Indem wir achtsam mit uns selbst sind, haben wir die Chance die Weisheit unseres Körpers zu erleben und Selbstheilung zu erfahren.

Hilft Meditation? Meditation ist auch eine Methode, Dich ganz und gar im Moment zu erleben und Bewusstsein zu gewinnen. Sie hilft einfach dabei, mal inne zu halten und mich wahrzunehmen. Und auch mit der Seele und Deinem Herzen in Kontakt zu kommen. Sie führt Dich zurück zu Deinem Herzen und hilft Dir, Verbindung mit Dir selbst einzugehen. Ich setze sie oft dazu ein, mich bewusst darauf vorzubereiten, mich auf meinen Körper einzustellen. Durch das Bewusstsein schaffe ich es, den Zugang zu meinen Empfindungen zu öffnen, an die ich in der Hektik des Tages nicht herankommen würde, da ich meist auf das „Außen“ und zu wenig auf mein Inneres gerichtet bin. Das klappt wunderbar.

Es gibt ganz unterschiedliche Arten, das mal auszuprobieren. Ob nun die geführte, die bewegte oder die stille Meditation die bessere Art für Dich ist, das hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Und von dem jeweiligen Moment. Ich kombiniere sie gerne an unterschiedlichen Tagen. Die geführte Meditation hilft mir, mich auf die gesprochenen Worte zu konzentrieren und der Stimme zu folgen ohne stark abzuschweifen. Auch wenn Meditation immer absichtslos stattfinden soll, so kann man sich im Vorfelde einer geführten Meditation mit einer Frage oder einem Aspekt seines Lebens beschäftigen, auf den man dann vielleicht Antwort erhält — falls man die Antwort lesen kann 😉Die stille Meditation, die meiner Erfahrung nach deutlich mehr Übung bedarf, führt mich in eine unglaubliche Gelassenheit und Entspannung — solange ich die Stille mit mir selbst ertrage. Gelingt sie ohne zu großes Abschweifen, fühlt sie sich noch umso besser an. Die bewegte Meditation wird unter anderem oft im Kundalini Yoga praktiziert. Hier trickse ich meine umherschweifenden Gedanken aus, indem ich mich auf einen bestimmten Bewegungsablauf konzentriere und somit keinen Raum für andere Gedanken habe. Ich widme mich ganz und gar der Bewegung und vielleicht einem leitenden Wort oder Musik. Und erlebe die Meditation ebenso tief wie bei anderen Arten und entspannt. Zu Beginn meines Praktizierens habe ich mich immer wieder auf unterschiedliches konzentriert — mal auf ein Geräusch, mal auf ein Gefühl, mal auf eine Körper-Empfindung. So habe ich mich geübt, mich zu fokussieren. Das wichtigste ist in jedem Fall, dass ich absichtslos an die Meditation herangehe. Dass ich nichts erwarte — wow war das schwer am Anfang! Und, dass ich mich nicht über meine Gedanken, die natürlich immer mal wieder auftauchen ärgere, sondern sie einfach wahrnehme — wahrnehme, dass ich mich ärgere — und sie vorbei ziehen lasse. Ein wunderbares Beispiel auch dafür, dass sie mich alles blockiert, was ich festzuhalten versuche. Dass Loslassen ein wesentlicher Schlüssel zur Zufriedenheit und Gelassenheit ist.

Was sind denn nun die ersten Schritte auf dem Weg zu meiner Körperinformation?

Stelle Dir fürs erste einfach folgende Fragen und achte darauf, was passiert:

Was ist die Sinnhaftigkeit der Hinweise meines Körpers? Was blockiert mich? Welche Information steckt dahinter? Ich weiß es nicht? Was wäre die Antwort, wenn ich sie wüsste?

Die Antworten sind leider in der Regel noch subtiler als die Zeichen selbst. Aber sie sind da und warten darauf, dass Du sie wahrnimmst. Indem Du genau hinschaust, hineinspürst und diese Zeichen ernst nimmst wirst Du erfahren, wie sie Dir helfen können, Blockaden aufzulösen und neue Wege und Richtungen im Leben anzusteuern. Du wirst die darin liegende Kraft freilegen und sie für Dich nutzen können.

Anfangs ist es sehr leicht gesagt, einfach mal „hinzuspüren“. Lass Dir Zeit. Denn genau das führt zu Bewusstheit. Beobachte einfach nur das, was in Dir geschieht. Und was das im Außen bewirkt. Ärgere Dich nicht, wenn es Dir nicht gleich gelingt. Nimm auch Deinen Ärger als eine wertvolle Information an. Und mache einfach mal nichts anderes als einfach nur zu beobachten, ohne es zu werten. Und wenn Du den Impuls verspürst, lass Dir zeigen, wie es geht. Gönne es Dir vielleicht auch einfach mal, Dich coachen zu lassen, um es danach selbst kraftvoll voran zu schreiten.

Die Botschaften Deines Körpers zu erkennen ist eine wundervolle Chance, mit ihm zu kommunizieren.

Freue Dich zu lernen, die Zeichen Deines Körpers zu lesen. Erlebe Deine eigene Körperintelligenz und finde so den Weg zu Dir selbst.

 

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