Burn In – Lass Deine innere Kraft strahlen — Verdammt aber wie, wenn ich am Ende bin???

 

Burn In – Lass Deine innere Kraft strahlen — Verdammt aber wie, wenn ich am Ende bin???

Burn In — Entfache die Funken Deiner Lebensfreude — Lass Deine innere Kraft strahlen… Ich selbst bewerbe Kurse mit diesen Titeln. Gerade hängt es mir zum Hals heraus. Immer wieder höre und lese ich diese Floskeln. Ich schreibe sie sogar selbst. Aber was zum Teufel nutzen mir diese Worte, wenn ich mitten im Gegenteil feststecke. Wenn nichts mehr aus meinem Inneren strahlt. Wenn ich gestresst, überfordert, ausgebrannt bin. Wenn meine Gefühle sich verabschieden? Wenn ich nichts mehr will nur noch raus. Raus aus dem Alltag, raus aus dem Job, raus aus meiner Haut, raus aus dem Leben?

Herausfordernde Lebensumstände, unbefriedigende Beziehungen und Unzufriedenheit erzeugen Stress. Na klar tun sie das! Den ganzen Tag umgeben uns diese Stresssituationen und man kann ihnen kaum noch entweichen. Ich soll wieder Frieden mit mir selbst schließen und so zurück zu mir finden. Aber ich kann in diesen Situationen keinen Frieden mit mir finden, weil ich meilenweit davon entfernt bin. Mein Stresslevel soll ich senken, weniger tun, mehr abgeben, einfach loslassen. LOSLASSEN! Allein dieses Wort weckt Aggressionen in mir. Jeder redet von loslassen. Dann wird angeblich alles besser, dann wird alles gut…

Ich stecke mal wieder vor einer schwierigen Situation. Dazu kommt, dass ich ohnehin in letzter Zeit wahnsinnig viel um die Ohren hatte. Jeder zerrte an mir und meinen Ressourcen. Nicht zuletzt ich selbst. Weil ich nicht nein sagen konnte. Weil ich mal wieder alles gleichzeitig schaffen wollte. Weil ich es mal wieder allen Recht machen wollte. Nun bin ich total kraftlos und finde keinen Anfang in all den Dingen, die auf meiner To-Do-Liste stehen. Ich weiß gar nichts mehr. Fühle mich unwohl, unsicher, verzweifelt.

Ich will etwas meistern aber habe Angst davor. Ich will meine Arbeit gut machen. Will mit mir zufrieden sein, will andere mitreißen und begeistern. Aha! Mit MIR will ICH zufrieden sein. Komisch. Das ist das Erste, das mir in den Sinn kommt. Erst an zweiter Stelle taucht der Gedanke auf, dass die anderen mit meiner Leistung zufrieden sind.

Es geht also um das Thema, das mich schon mein ganzes Leben begleitet: Mein Perfektionismus. Ich will alles gut und toll machen, ich will, dass meine Ergebnisse gut ankommen, dass Menschen mich gut finden, mich mögen und weiterempfehlen. Ich habe schon so viel geschafft, wovor habe ich aber Angst? Ich habe Angst, festzustecken. Festzustecken in Übungen, die ich anleite und die unberechenbar sind, feststecke in der verzweifelten Sehnsucht danach, etwas Gutes und Wichtiges für den Teilnehmer zu finden. Ich habe Angst, nicht weiter zu wissen. Obwohl ich es schon lange übe, meine Pläne loszulassen und zu gehen mit dem was geht und nicht in der Schleife zu verweilen und Angst zu haben, dass etwas nicht geht. Ich habe mittlerweile gelernt, dass ich mich auf meine Intuition verlassen kann. Dass es gut ausgeht. Dass ich mir vertrauen kann. Aber warum begleiten mich dennoch diese Angst und die Selbstzweifel?

Mein Körper fühlt sich kraftlos an. Mein Rücken zwickt und blockiert. Mir ist es etwas übel. Ich will mich in mein Bett legen, die Augen zumachen, schlafen und alles vergessen. Dann geht es mir in der Regel besser aber ich habe alles was zu tun ist noch vor mir, die Zeit ist noch knapper und ich habe noch mehr Angst. Was ist der Anfang? Womit lege ich los, wenn scheinbar alles auf mir zusammenstürzen will? Ich sitze hier und schreibe diesen Text. Verrückt. Was soll mir das bringen außer dass ich Zeit gefühlt totschlage. Ich muss doch vorankommen, Verdammt!!!!

Mich kennen die meisten Menschen als Energiebündel — wenn alle am Ende sind, kann ich noch eins draufsetzten, kann ich noch motivieren, kann ich noch Energie geben, bin ich da. Aber jetzt krieche ich irgendwie selbst auf dem Zahnfleisch. Komische bildliche Redewendung. Geht ja eigentlich gar nicht. Bilde ich mir das also nur ein? Warum bin ich gefühlt so energielos? Es ist so viel gleichzeitig zu tun gerade. Ich fühle mich auf der Stelle tretend. Ich will weg. Gleichzeitig komme ich nicht von der Stelle, drehe mich im Kreis. Klar, ich habe die Wahl, wie ich meine Zeit verbringe, worauf ich meine Energie verwende, womit ich mein Geld verdiene, über welche Dinge ich nachdenke. Aber warum zum Teufel fehlt mir die Kraft dazu?

Immer wieder dreht es sich um mich: „Ich“ bin ausgelaugt, „ich“ bin kraftlos, „ich“ habe keine Energie, „ich“ drehe mich im Kreis. Genau hier spüre ich den Schlüssel: ICH! Ja, es hängt alles von mir ab. Nur ich kann mich selbst aus dem „out“ ins „in“ führen. In mir steckt der Schlüssel. Nicht im Außen. Ich muss mich nicht abhängig machen — von Lebensumständen, von Geld von Menschen. Meine Kraft entspringt, wenn ich aus dieser Abhängigkeit heraustrete. Wenn ich mich frei mache davon. Jetzt macht auch das Wort „loslassen“ wieder Sinn: Loslassen ist keine Floskel. Es heißt mich erleichtern. Hände frei haben. Frei sein. Die Lösung liegt bereits tief in mir. Ich kann sie aktivieren. So lange ich die Lösung irgendwo im Außen suche, komme ich nicht weiter.

Aber wer ist dieses „ich“ wirklich? Ist es das, was ich gelernt habe, meine Schuhgröße, Augenfarbe, das, was andere in mir sehen? Sind es die Rollen, die ich ausfülle — Tochter, Freundin, Frau, Schwester, Mitarbeiter, Chefin, Coach?

„Wer bin ich“

— das ist der Anfang. Ein Lächeln huscht mir über das Gesicht. Denn ich weiß, nach diesem Anfang öffnen sich Schritt für Schritt weitere Türen. Ich erkenne, warum ich oft Dinge tue, die andere von mir erwarten. Ich spüre den Druck und die Leistung, die mich begleitet. Die mich durchs Leben schiebt. Verrückt — ich „Aktive“ hatte scheinbar eine passive Rolle.

Ich lausche also nochmal ganz achtsam der Stimme meines Herzens. Wann macht es Freudensprünge, mein Herz? Wie werde ich vom Opfer zum Schöpfer meines Lebens? Ich trete mit mir in Kontakt. Behutsam. Ich stelle mir die Frage: „Macht mir meine Tätigkeit wirklich Spaß?“. Mittlerweile habe ich gelernt, schonungslos ehrlich mit mir zu sein. Und ich habe viel dafür getan, um zu sagen: Ja. Das meiste zumindest. In jedem Fall das, wovor ich gerade solche Angst haben. Das macht mir im Ergebnis wirklich Spaß. Aber es fordert mich auch und ich mache es noch lange nicht routiniert. Vielleicht gehört aber gerade das auch gar nicht dazu. Da immer wieder neue Aufgaben, Teilnehmer und Herausforderungen vor mir stehen. Weil ich nie weiß, wie es läuft und was alles passiert. Aber ich weiß, dass es immer gut ausgeht. Bei mir, bei meinen Trainerkollegen, bei unseren Teilnehmern.

Immer ist das Ende gut. Immer nimmt jeder für sich neue und entscheidende Erkenntnisse mit. Das ist das ungeschriebene Gesetzt der Heldenreise.

Meine Freunde berichten mir von meinem Funkeln in den Augen, wenn ich über die Arbeit der Heldenreise spreche. Ja, mein Herz geht tatsächlich auf. Warum habe ich also Angst zu scheitern, obwohl die Heldenreise mich so oft gelehrt hat, dass dies der Weg zum Glück ist?

Was ich benötige ist vor Allem eines: Die Verbindung zu mir selbst.

Langsam spüre ich, dass auch in meiner Angst und Verzweiflung eine Verbindung zu mir selbst besteht. Sonst würde ich sie nicht wahrnehmen. Nur so kann ich von ihr lernen, sie integrieren und aus ihr herausfinden. Aus ihr wird der Schatz entstehen. Ich beginne plötzlich, diese bislang ungeliebten Gefühle zu mögen. Verrückt.

Nein, ich werde nicht aufgeben. Also mache ich mich auf. Ich trete aus der Starre und gehe nach vorne. Direkt auf die Aufgabe zu, die neu ist, die mir Angst macht, die mir zu viel ist, die mich scheinbar überfordert. Ich werde die Aufgabe, die bis gerade noch unlösbar erschien angehen, nicht in der Kraftlosigkeit versinken. Die Angst des Scheiterns ist nicht verschwunden aber einer meiner Lieblingssätze von Pipi Langstrumpf kommt mir in den Sinn:

„Das habe ich bisher noch nie gemacht, deshalb weiß ich ganz genau, dass ich es auch schaffe!“

Die Kraftlosigkeit zeigt mir, dass es nicht die Sehnsucht ist, die mir fehlt, sondern scheinbar nur der Weg, wie ich diese erfülle. Durch die Heldenreise mit Pferden habe ich mich entdeckt und gelernt, welches meine „Burn-In‘s“ im Leben sind, also das, was ich unbedingt tun, sehen und erleben möchte — das, wofür ich brenne und nicht verbrenne! Darauf richte ich meine Ressourcen aus und verwirkliche sie — das ist mein Weg, um Sinn zu finden und zufrieden zu sein.

Ich habe die Macht, ich kann ganz bewusst Entscheidungen zu treffen. Ich kann meinem Leben die Richtung geben, die ich mir wünsche. Und dann meine Herausforderungen meistern oder mich gegen sie entscheiden. So wie ich es für richtig finde, so widiwidi wie mir meine Welt gefällt. Und damit stoße ich auch niemanden vor den Kopf oder verletze ihn. Denn wenn es mir gut geht, dann habe ich auch wieder die Kraft anderen gut zu tun. Und zwar aus purer Ehrlichkeit, authentisch und aus vollem Herzen.

Ich werde nicht dort landen, wo es andere für mich vorgesehen haben. Auch sie hatten andere Träume und Sehnsucht. Auch sie lernen nun von mir, dieser Sehnsucht Gehör zu schenken und sie zu integrieren.

Danke, liebe Sehnsucht, liebe Sehnsucht nach mir, dass Du mich auf diesen Weg geführt hast.

PS: Burn-In bezeichnet einen Zustand, in dem Menschen voller Power das tun, was sie wirklich lieben. Dadurch sind sie weniger anfällig für Stress und liefern bessere Ergebnisse. Es geht ihnen gut. Burn-In Workshops findet ihr bei HELDENSPRUENGE.de

 

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